Der Escape-Behandlungspfad basiert auf Modellen der Opiatsucht, die den neuropsychologischen Hintergrund miteinbeziehen und die entsprechenden psychodynamischen Auswirkungen in einem innovativen, effizienten Behandlungskonzept verwirklicht.
Gemäss diesem Ansatz vollzieht sich das Suchtgeschehen sowohl auf der körperlichen wie auch auf der psychischen Ebene wechselwirkend. Bedingt durch den spezifischen Einfluss der Opioide auf die psychische Befindlichkeit ( Sucht als 'chemisch induzierte Zwangsneurose') berücksichtigt der Entzugsprozess neben den somatischen Komponenten insbesondere
auch die emotionale Dynamik.
Die Opiatsucht besteht im wesentlichen aus den zwei Komponenten 'Abhängigkeit' und 'Sucht'. Abhängigkeit bedeutet dabei die Gewöhnung des Organismus an die externe Zufuhr von Opiaten. Sucht die Ausbildung (Konditionierung) von drängenden und zwanghaften Konsumimpulsen, die sich u. a. durch die neuropsychologischen Wirkungen der verschiedenen Opiate ergeben.
Der Opiatentzug als notwendiger Schritt zur Überwindung der körperlichen Abhängigkeit vollzieht sich im Rahmen eines psychosozialen Settings, das sowohl der somatischen wie der psychischen Dynamik des Opiatentzuges weitestgehend Rechnung trägt und mit innovativen Methoden unvergleichlich schnelle und sanfte Resultate erzielt.
Escape-Entzug | Endorphin-Stimulation
Der Escape-Entzug ist
ein Verfahren, das den Opiatentzug enorm vereinfacht.
Die in unserer Forschung entwickelten, seit
mehreren Jahren im Einsatz stehenden
"
Neuro-Jet " Stimulatoren sind für die
Suchtbehandlung zertifizierte Medizingeräte, die
mittels zwei äusserlich angebrachten Elektroden in
bestimmten Hirnarealen die Ausschüttung von
Endorphinen anregen. Durch den Einsatz
dieser computergesteuerten
Frequenzstimulationsgeräte - und den darauf basierenden Entzugsprotokollen - lässt sich das Entzugssyndrom soweit abschwächen, dass für den Patienten die somatischen Symptome erträglich werden und auch die psychischen Komponenten, insbesondere die Auseinandersetzung mit den eigenen Gefühlen und dem zwanghaften Drogenhunger, günstig beeinflusst werden. Durch die spezifische Anregung der körpereigenen Opiatproduktion (Endogene Morphine) mittels kaum spürbaren, neuroelektrischen Impulsen
sowie einer situationsgerechten Medikation verläuft das Entzugsgeschehen schnell und sanft. Dadurch erlebt der Patient den Drogenentzug nicht mehr als quälendes Ereignis, sondern als einen relativ einfach zu bewältigenden ersten Schritt in ein Leben frei von Opiaten. Die Schrittmacherfunktion bewirkt eine schnelle und nachhaltige Umstellung des Stoffwechsels und nicht zuletzt durch das verbesserte Schlafverhalten wird die körperliche Leistungsfähigkeit rasch wiederhergestellt. Bei einem Beginn des Entzugs am Montag kann der Patient am Freitag bereits entlassen werden.
Die anschliessende Bewältigung der Sucht geschieht im Rahmen einer ambulanten Nachsorge - falls notwendig gestützt durch Opiatantagonisten ('Impfung' gegen die Wirkung von Opiaten). Dabei verbleibt der Patient in seiner gewohnten Umgebung und trainiert gezielt neue Bewältigungsmöglichkeiten in seinem Lebensumfeld. Durch eine sinnvolle Planung, den gezielten Einsatz von verhaltenstherapeutischen Massnahmen und den Rückgriff auf vorhandene Ressourcen des Patienten sind die erzielten Resultate deshalb nicht zuletzt auch in ökonomischer Hinsicht effizient.
Der Lernprozess erfasst nicht nur den Süchtigen, sondern auch sein soziales Umfeld. Durch das Coaching von hilfreichen Strategien lassen sich die oft gravierenden negativen Begleiterscheinungen der Sucht (sozial, emotional und finanziell ) auch für Familie und Bezugspersonen des Opiatabhängigen verringern.
Zielgruppe
Die Aufnahmekriterien definieren einen konkreten Rahmen für die in Frage kommenden Opiatabhängigen.
Wichtigste Aufnahmekriterien sind:
- Die Motivation zum Aussteigen.
- Der Entschluss drogenfrei zu leben.
- Die Bereitschaft etwas dafür zu tun.
- Eine ausreichende soziale Integration.
- Eine kooperative Umgebung.
Therapieziele
Das unmittelbare Ziel des Escape-Prozesses ist der Opiatentzug (Überwindung der Abhängigkeit) unter grösstmöglicher Vermeidung des gefürchteten Entzugssyndromes.
Das langfristige Ziel des Escape-Behandlungspfads ist die Drogenabstinenz. Die integrierten Nachsorgeprogramme - psychosoziale Stabilisierung und Persönlichkeitsentwicklung - bieten eine ambulante Rehabilitation, die eine nachhaltige Überwindung der Drogensucht ermöglicht.
Escape-Entzug
Der Escape-Entzug hat die möglichst einfache und komfortable Überwindung der körperlichen Abhängigkeit zum Ziel. Keine Narkose, keine invasiven Eingriffe, keine unnötige Einschränkung der persönlichen Freiheit etc.
Die Entzugssymptomatik mit Ihrer physischen und psychischen Dimension wird ursächlich behandelt. Das Entzugsgeschehen wird direkt auf dem Rezeptor günstig beeinflusst, d. h. alle neurophysiologischen 'Entgleisungen' werden nach Möglichkeit antizipiert und/oder korrigiert. Unsere Spezialisierung gewährleistet einen qualitativ hochstehenden Opiatentzug unter Einbezug der jeweils modernsten verfügbaren Möglichkeiten.
Das individuelle, strukturierte Escape-Entzugsprogramm dauert 5 Tage (Einzelzimmer).
Das Umfeld wird, auf Wunsch, in den Entzugsprozess miteinbezogen. Das bewusste Erleben und Verstehen dieses Vorgangs kann auch wichtig sein für die anderen Beteiligten (Eltern, Partner, usw.). Ein eigentliches 'Coaching' der Angehörigen vermittelt diesen hilfreiche Strategien im Umgang mit süchtigem Verhalten und fördert das Verständnis für den Rehabilitationsprozess.
Das Planen der Nachbetreuung und das Vorbereiten eines nahtlosen Übergangs auf ein Leben ohne Drogen, die Vermittlung von bewährten Strategien zur Bewältigung des Lebens nach dem Entzug sind integraler Bestandteil eines Escape-Entzugs.
Nachsorgeprogramm
In unseren Nachsorgeprogrammen zur Behandlung der Sucht wird, falls notwendig, zur Stabilisierung der Opiatantagonist 'Naltrexin' (Naltrexon HCL) eingesetzt. Durch ausgeklügelte Konzepte und Massnahmen, die den physiologischen und psychodynamischen Komponenten der
Sucht Rechnung tragen, werden verhaltensorientierte
Veränderungen etabliert. Für Patienten aus dem
Ausland kann dieses Coaching auch über das Internet
erfolgen.